Gewordenes und Gemachtes und ethische Diskussion

Die Betrachtung des Gegeneinanders von Gewordenem zu Gemachten bringt uns dem Schlüssel unserer Existenz nahe. Wir existieren aus dem Gewordenen, mit Gewordenem als Gewordenes. In unserer Existenzsicherung und Daseinsvorsorge, in unserer Lebenstätigkeit überhaupt, schöpfen wir sowohl aus dem Gewordenem, wie aus dem Gemachten. Das Verhältnis von Gewordenem zu Gemachtem in unserer Lebensumgebung hat sich im Verlauf der Moderne dramatisch zugunsten des Gemachten verschoben.

Eine ethische Diskussion, die die Existenzsicherung und Daseinsvorsorge des Menschen in den Mittelpunkt stellt, muss berücksichtigen, dass wir beiden dieser menschlichen Kernaktivitäten in zweierlei Qualitäten nachkommen. Gerade ethische Betrachtungen führen zu der Frage ob sich die Qualität des menschlich Gemachten mit der Qualität der Gewordenheit vereinbaren lassen.

In Teilbereichen vernichtet Gemachtes Gewordenes. Das Verhältnis von Gemachten zu Gewordenem ist in Teilbereichen dasjenige von Leben und Tod, und diese Todeszone wächst rasant. Was mit dieser Todeszone aber auch wächst, ist der scheinbare Wohlstand der Menschheit.

Es ist also nicht nur ein Luxus, sondern existentiell, einen Fokus auf das Verhältnis von Gewordenem zu Gemachtem zu werfen. In Anbetracht der überwiegenden Ratlosigkeit beim Schutz natürlicher Ressourcen, ist die Chance, mit der Betrachtung von Gewordenem und Gemachten einen weißen Fleck auf der Landkarte der Selbsterkenntnis zu füllen, nicht außer acht zu lassen.

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