Die Funktionsfähigkeit der gemachten Formen erschafft ihr Innen und Außen

Das Innen und das Außen ist eine Eigenart der Wechselwirkung. Wenn in einer Wechselwirkung eine äußere Eigenart der Form wechselwirkt, ohne dabei die Individualität der Form als Ganzes, nämlich ihr Bewusstsein und ihre Intelligenz, zu verändern, dann besitzt diese Form eine Innen- und eine Außensphäre. Die äußere Form eines Klumpen Lehms, eines noch einmal geteilten Gesteinsplitters oder eines noch weiter zerrissenen Blattes Papier wechselwirkt nicht. Das heißt, in ihrem Außenkontakt offenbart sich keine Wechselwirkungsintelligenz. Das, was sich offenbart ist die Wechselwirkungsintelligenz der jeweiligen Materialien. Der Lehm lässt sich eindrücken, die Mineralien des Gesteins zersplittern auf eine spezifische Weise, und das Papier reißt unregelmäßig. Dies alles sind Wechselwirkungseigenschaften von gewordenen Formen, von Lehm, Mineralien und Zellulose. Die unintendierte äußere Form des Lehmklumpens, des Gesteinssplitters und des Papierschnipsels sind Umrisse, aber keine Formen mit einem Innen und einem Außen. Dagegen besitzt die intendierte gemachte Form z.B. einer Schale aus dem Lehm, eines Faustkeils aus dem Mineral oder eines Scherenschnittes aus Papier ein Innen und Außen, weil sie über verschiedene Situationen hinweg eine Funktion erfüllen und mit der Erfüllung dieser Funktion diese Funktion nicht verlieren. Das Äußere dieser gemachten Formen ist ihre Wechselwirkungsintelligenz und ihr Inneres ist ihr Plan-Bewusstsein. Mit ihrer Funktion passen die gemachten Formen zu anderen Formen und erfüllen so einen Plan. Der Plan und damit die Innensphäre der gemachten Formen gehört derjenigen Instanz an, die diesen Plan entworfen hat. Im einfachsten Fall ist dies ein einzelner Mensch.

Die planentwerfende Instanz einer gemachten Form ist heute selten ein einzelner Mensch. Das Menschenteam und die IT-Unterstützung sind die spezifischen Planungsinstanzen der aktuellen Lebenswelt. Die IT-Unterstützung besteht nicht nur in seinem Gebrauch als Werkzeug, sondern vermehrt in einer IT-Automatisierung der Planerstellung als ganzer oder seiner Teile. Auch das Planungsteam agiert erweitert durch komplexe Algorhythmen der Wirtschafts- und Markterforschung. Der Plan als das Zentrum der Innenperspektive der gemachten Formen ist so immer seltener in einer einzigen menschlichen Innenperspektive repräsentiert, sondern verteilt auf verschiedene menschliche und nichtmenschliche Instanzen.

Der repräsentierende und steuernde Plan einer gemachten Form, z.B. eines Smartphones, ist zusätzlich komplex geworden, weil zum Innen dieser Form auch ihr Plan zur Vermarktung, ihr Montageplan, der Herstellungsplan der Funktionsteile und der Plan zur Verarbeitung und zur Gewinnung von Rohstoffen gehört. Ein komplexes zeitgemäßes Produkt umfasst so insgesamt ein Innen und ein Außen der Gesamtform, ein Innen und Außen aller Funktionsteile und das Innen und Außen der Wechselwirkungsgesamtheit seiner Herstellung und seiner Vermarktung. Immer sind Menschen beteiligt, immer Maschinen und immer Software. Zusammen bilden sie die Planinstanz. Die Planinstanz solcher gemachten Formen besitzt jedoch keine einige Plansubstanz mehr, weder in den Menschen, noch in den Maschinen oder der Software. Die Unternehmenszentrale kann man nicht als Plansubstanz bezeichnen. Dazu ist sie zu fragmentiert. Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens ist zwar ein Repräsentant des Plans, aber nicht seine einige Substanz. Dazu ist der Plan zu komplex.

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