Dreieinigkeit = aus – mit – als

Dreieinigkeit = „aus-mit-als“

Wir als bewusste Personen empfinden uns als Einheiten in der Vielheit. Dieses Verhältnis erleben wir bereits in unserem eigenen Selbst. Gedanken und Körpersignale sind umfassender als das Fassungsvermögen unseres Bewusstseinsfokus. Desweiteren ist es die Vielheit der belebten und unbelebten Umgebung unserer Person, von der wir uns abgegrenzt erleben oder gleichzeitig abgegrenzt und identifiziert sind. Die Vielheit unseres Wissensuniversums ist zusätzlich in das alles kognitiv komplex eingewoben. Eine Grenze zwischen unserem wachen, gegenwärtigen Icherleben und unserer Mitwelt ist nicht zu benennen, weil sie fließend ist. Das Erleben des Menschen, seine Körperlichkeit, seine soziale und dingliche Umgebung und sein Wissensuniversum bilden in einem dynamischen Komplex ein Amalgam, in dem das Selbst dynamisch eine Gestalt annimmt. Innerhalb des Selbst erleben wir uns als waches, gegenwärtiges Ich. Das Selbst ist die Gesamtheit unserer Empfindungen, die wir als „wir selbst“ empfinden würden, wären wir in der Lage, unser Selbst in einer ungeteilten bewussten Empfindung als Einheit zu empfinden. Das Selbst ist der Raum, in dem die Instanz lebt, die sowohl bewusst wie unbewusst ist. Wäre diese Instanz nur bewusst, wäre sie identisch mit dem Selbst. Wir als teilbewusste Personen empfinden uns fließend innerhalb des Selbst, welches wiederum fließend zur Mitwelt abgegrenzt ist, als Einheiten in der Vielheit.

Wir kommen täglich aus einer Sphäre, die wir nicht einsehen und nicht verstehen können. Unser Selbst erwacht am Morgen nach dem Schlaf in etwas hinein, das weit über uns hinaus geht. Das, was uns im Folgenden stützt und sein lässt, ist dem wachen Wollen unseres Alltags unzugänglich. Der unwillkürliche Apparat der Ausführung steht uns, wenn wir gesund sind, in dem Moment, in dem wir Wollen schon zur Verfügung. Das schöpferische Bewusstsein wähnt sich als Meister, aber eine andere Form der schöpferischen Intelligenz ist immer schon da und macht die Leistungen möglich, ganz diskret und ohne Einforderung einer Mitautorenschaft.

Auch unsere physische und psychische Geburt am Anfang unseres Lebens findet ohne unser personifiziertes schöpferisch intelligentes Bewusstsein statt. Unser Leben ist von der Empfängnis an Bewusstsein, aber das ist zuerst ein Bewusstsein anderer Art, ein Bewusstsein des Lebenskontextes. Das Ich-Bewusstsein, das in den ersten Lebensjahren erwacht, ist noch besonders vom Lebenskontext geprägt. Die Lebensprozesse und die Prozesse der Krisenbewältigung nehmen einen großen Teil ein. Kleine Kinder wissen um ihre Abhängigkeit.

Wenn mit dem Abschluss unserer physischen Reifung unsere Existenz vollzogen ist, ist das ein Triumph. Unser schöpferisch intelligentes Ich-Bewusstsein triumphiert dann auch über seinen Lebenskontext. Dies ist eine kritische Zeit des Gegeneinanders von Lebensressource und Triumph des Ichs. Nicht ohne Grund ist die Selbstmordrate unter männlichen Jugendlichen die höchste überhaupt.

Unsere eigentliche Reife ist die Harmonisierung von dem was uns möglich ist mit dem was uns zugänglich ist und dies sowohl als Agenten, wie als Ressource des eigenen Lebens. Reife des Lebens bedeutet die Fähigkeit, über den Lebenskontext zu verfügen, ohne ihn zu zerstören. Wenn wir die selbstmörderischen Spitzen der Adoleszenz überleben wollen, müssen wir unseren Lebenskontext verstanden haben, und das heißt, den Lebenskontext nutzen, ihn pflegen und am Leben erhalten aus unserer eigenen schöpferischen Intelligenz heraus in gleichzeitiger Anerkennung der Intelligenz des ausführenden Apparats. Dies ist die Aufgabe, die zu meistern uns als Menschheit als Ganzes jetzt gegenüber steht. Wir müssen „als das alles“ werden in Anerkennung des Universums an Unterstützung in das hinein wir bei unserer Geburt wie an jedem Morgen erwachen.

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